Ein neuer Auftritt für den Weltverband

Am heutigen 6. Mai 2019 hat die Präsidentin der Federation of International Lacrosse (FIL), Sue Redfern, die Umbenennung des Weltverbandes in World Lacrosse bekannt gegeben und gleichzeitig das neue Branding des Weltverbands vorgestellt. Die Vorstellung fand im Rahmen des Sport Accord Summit 2019 in Gold Coast, Australien, statt, bei dem sich mehr als 100 internationale und olympische Sportverbände treffen. Für die FIL ist der Summit in diesem Jahr ein besonderes Ereignis, nachdem das Internationale Olympische Komittee im November letzten Jahres den  Weltverband vorläufig anerkannt hat. In diesem Zuge ist es der FIL gelungen, Sponsorengelder in zweistelliger Millionenhöhe einzuwerben, die vor Allem in Eines investiert werden sollen: Den weiteren Wachstum von Lacrosse weltweit. Mit 62 Mitgliedsländern ist die FIL noch ein vergleichsweise kleiner Weltverband, wächst jedoch rasant. Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Mitgliedsländer mehr als verdreifacht. Mit dem neuen Markenauftritt von World Lacrosse gibt sich der Weltverband mehr als 11 Jahre nach dem Zusammenschluss des Damen- und Herren-Weltverbandes erstmals ein neues, zeitgemäßes Gesicht. Doch auch technische Herausforderungen werden mit der Umbenennung umgangen. Da es mit dem Internationalen Rennrodelverband (Federation Internationale de Luge de Course) bereits ein Mitglied im IOC gibt, das die Abkürzung „FIL“ verwendet, hätte der Lacrosse-Weltverband ohnehin eine Alternative suchen müssen. Der DLaxV hat den Prozess der Umbenennung kritisch begleitet und sich dabei als Sprachrohr der kleineren Verbände etabliert, die ausschließlich durch ehrenamtliche Unterstützung leben. „Mit den
durch die Sponsorengelder finanzierten Stellen und Projekten entwickelt der Weltverband derzeit ein Tempo in seiner Weiterentwicklung, welches viele Mitgliedsnationen nur mit großer Mühe mitgehen können. Gleichzeitig schafft das angepeilte, rasante Wachstum neue Probleme, wie beispielsweise die Retortenmannschaften der Phillippinen oder Puerto Ricos bei der Herren-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr gezeigt haben“, erklärt Jakob Großehagenbrock, 2. Vorsitzender des DLaxV. „Manche dieser Entwicklungen sind eine echte Herausforderung für diejenigen Verbände, die teils seit Jahrzehnten mit großen Anstrengungen für das Wachstum von Lacrosse arbeiten“, so Großehagenbrock weiter. Viele dieser Verbände sind in Europa zu Hause – die European Lacrosse Federation (ELF) hat mit der Ukraine vor Kurzem ihr 32. Mitglied aufgenommen.
Auch der straffe Zeitplan, mit dem der Weltverband die Änderung vorantreibt, ist nicht ohne Tücken. So tritt die Umbenennung mit dem heutigen Tage in Kraft – die U19-Weltmeisterschaft der Damen in diesem August sowie die Indoor-WM (September 2019) und U19-WM (2020) der Herren werden noch unter der alten Bezeichnung ausgetragen, da die Logos für diese Veranstaltungen bereits fertig sind. „Trotz aller Kritik bietet sich hier eine gewaltige Chance mit einer ausgeklügelten Marktingstrategie international ein größeres Publikum zu erschließen und unseren Sport bekannter zu machen – und die sollten wir nicht liegen lassen“ betont Großehagenbrock. Für den DLaxV komme es jetzt darauf an, die Kontakte zum DOSB zu knüpfen und die Anerkennung durch das IOC auch für das deutsche Lacrosse gewinnbringend zu nutzen.