DLaxV: Hallo Antonia, du hast den ersten Spieltag im Indoorlacrosse für die Damen in Dresden organisiert. Wie war die Resonanz der Spielerinnen?

Antonia: Generell ist das Interesse der Spielerinnen innerhalb ganz Deutschlands enorm hoch, sodass wir dieses Jahr mit noch mehr Mannschaften in die Saison starten konnten und sogar zeitweise überlegt haben, die Teilnehmer in insgesamt vier statt nur zwei Ligen zu strukturieren. Einige Vereine haben auch schon für die kommende Saison ihr Interesse bekundet, worüber wir uns enorm freuen.

DLaxV: Indoorlacrosse unterscheiden sich sehr stark vom Feldlacrosse. Wie kommen die Spielerinnen zurecht?

Antonia: Ich kann hier nicht für alle Spielerinnen sprechen, doch was ich bisher an Feedback habe einholen können, waren größtenteils positive Erfahrungen. Momentan herrscht wirklich der bislang größte Unterschied zwischen Box- und Feldlacrosse, dank der vielen neuen Regeln. Vor allem gelobt wurde der Spielfluss, der deutlich höher ist, als beim Feldlacrosse, bei dem die Spielerinnen – zumindest in der aktuellen Saison 19/20 noch – auf Pfiff stehen bleiben. In der Halle gibt es einfach generell viel weniger Unterbrechungen und es entsteht ein intensiveres und schnelleres Spiel. Der Großteil der Lacrosserinnen kommt damit schnell und gut zurecht würde ich sagen.

DLaxV: Indoorlacrosse bildet die jüngste Abteilung im Verband. Der Damenbereich hat erst in dieser Saison eine eigenen Ligabetrieb. Wie war der Aufbau des Spielbetriebs?

Antonia: Wir organisieren schon seit einigen Jahren deutschlandweit Indoor Spielwochenenden, sodass sich unsere Aufbauarbeit im Vorfeld dieser Saison vor allem auf die formale Gründung unserer Abteilung konzentriert hat. Dabei haben wir oftmals auch super Unterstützung von Verantwortlichen auf Seite der Herren Indoorliga erhalten. Manches war neu, vieles hatten wir aber auch schon gut im Griff, auch weil die Vereine oft motiviert sind und somit dazu beitragen, dass der Spielbetrieb funktioniert und zukünftig sicher auch selbstverständlicher wird.

DLaxV: Glaubst du Indoorlacrosse wird die Spielentwicklung auch im Feldlacrosse beeinflussen?

Antonia: Ich denke beides ist absolut unzertrennlich und trotzdem muss man es trennen. Ich kenne bisher keine Spielerin, die ausschließlich Boxlacrosse spielt und somit ist klar, dass Feldlacrosse die Grundlage für deutsches Damen Boxlacrosse bildet. Auch ist wohl selbstredend, dass Spielerinnen aus ihrer Boxerfahrung Erkenntnisse mit aufs Feld nehmen werden, vor allem wenn man bedenkt, dass Worldlacrosse gerade die neuen Regeln für internationale Turniere heraus gebracht hat, in denen das Free Movement eine essentielle Änderung darstellt. Insofern denke ich, dass es momentan vor allem persönliche, individuelle Einflüsse sind, die Boxlacrosse auf seine Spielerinnen leistet, weniger jedoch den Spielbetrieb der Feldliga in seiner Struktur oder Gesamtentwicklung betreffend.

DLaxV: Was sind deine weiteren Pläne?

Antonia: Erst einmal kommen nun die jeweils zweiten Spielwochenenden beider Ligen auf uns zu, auf deren Ergebnisse wir gespannt sind. Gleichzeitig versuchen wir im Hintergrund die damit zusammenhängenden Probleme zu lösen – da gibts immer was zu tun. Nach einer hoffentlich gelungenen DIM zusammen mit den Herren in Baunatal am 2. Februarwochenende beginnt für uns dann die Auswertung und Nachbereitung der vergangenen Saison. Wir haben schon einige Vorstellungen, die wir gerne umsetzen wollen für die kommenden Jahre, wie z.B. eine Verlängerung der Saisondauer und auch im Hinblick auf das Schiedsrichterwesen Indoor gibt es manche Ideen. Aber alles zu seiner Zeit!

DLaxV: Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg für dein vorbildliches Engagement. Grow the Game.