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Ein Boxlacrossefeld mitten im Indianerreservat, tobende Zuschauer und noch 3 Minuten zu spielen. Es steht 10:10 zwischen Serbien und Deutschland. Ein Lacrossespiel das spannender nicht sein könnte. Aber von Anfang an.

Sonntag, 13.September, 17:30, der Vogel ist gelandet und zwar in Syracuse im Bundesstaat New York in den USA. In dieser (für amerikanische Verhältnisse) Kleinstadt werden die 4. World Indoor Lacrosse Championships mit 13 Teams aus aller Welt ausgetragen. Das Motto – Lacrosse is coming home – dabei passend zu den Veranstaltern, den Haudenosaunee, ursprüngliche Erfinder des Lacrossesports. Jagten ihre Ahnen mit nur einem Schläger ausgerüstet über hunderte Meter von Prärie, sind die Nachfahren der Ureinwohner der Indougous Nation unter den Topteams des modernen Boxlacrosse, der in Eishockey Rinks auf Kunstrasen ausgetragen wird.

Für das deutsche Team stand vor den WILC noch 4 Tage intensives Training auf dem Plan. Noch am Sonntagabend wurden die Spieler mit entsprechender Ausrüstung versorgt und das Hotel erkundet.

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Die deutsche Nationalhymne war dieses Jahr das erste mal bei einem internaitonalen Indoor Lacrosse Turnier zu hören

Geschafft von der langen Reise und dem Jetlag ging es früh ins Bett, denn für die kommenden Tage war das Motto: #derfrühevogelfängtdenwurm! Das Coachingteam mit AC Adam Marshall, Scott Stapleford und HC Jesse Cracknell begrüßte die Spieler am Montag für die erste Trainingseinheit in der extra für das Turnier erbauten Boxlacrosseanlage Village Pavillon. Nach anstrengenden zwei Stunden machten wir uns wieder auf den Weg zurück ins Hotel. Dabei zeigte sich schnell, dass die Busfahrten vom und zum Hotel ein enormes Maß an Unterhaltung und Teambuilding boten. Dienstag, 15.Sep. Tag 2. Als erste größere Aufgabe stand für das deutsche Team ein Trainingsspiel gegen England (Fünftplatzierter der letzen WILC und Blue Division Member in diesen WILC) auf dem Plan. Um 14:00 Ortszeit gab es den ersten Faceoff diesmal in der Onondaga Nation Arena, der zweiten Spielstätte der WILC 2015, bei gefühlten 40 °C. Und der erste Eindruck beim Trainingslager am Montag bestätigte sich, denn das deutsche Team ging mit einer 10:9 Führung in die Halbzeit. Und auch in der zweiten Hälfte konnte Deutschland einen zwischenzeitlichen Rückstand aufholen und musste sich am Ende nur knapp mit 13:14 geschlagen geben. Das Spiel wurde in einem abendlichen Teammeeting aufgearbeitet und der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen beendet.

Mittwoch 16. Sep. Tag 3. Nach dem allmorgendlichen Mannschaftslauf war abends wieder eine 2 Stunden Trainingseinheit angesetzt. Tagsüber konnten die Spieler die unendlichen Weiten der amerikanischen Shoppinglandschaft zur Genüge erkunden.

Donnerstag 17.Sep. Tag 4. Teamlauf-Frühstück- Mittagessen-Training- inzwischen ein normaler Tagesablauf für uns. Doch am Abend kamen die Spieler in Kontakt mit dem tatsächlichen Turnier. War es in der Arena und dem Pavillon bei unseren Trainingseinheiten eher ruhig, füllte sich das Turniergelände langsam mit Leben. Ab 19:00 gab es Essen, viel Essen, es war Welcome Dinner. Anwesend waren alle Teams, Refs, Organisatoren und ein paar Ehrengäste wie Jim Brown und Al Gore. Und unser Tisch war gleich neben dem Buffet. Ein perfekter Abend. Freitag 18.Sep. Tag 5. It’s getting serious. Bereits beim Teamstrech am Morgen merkte man, dass heute etwas anders war. Das Turnier ging endlich los mit dem ersten Spiel gegen Irland. Ein Gegner, der bereits seine dritten WILC spielt und auf dem Papier klar überlegen aussieht, zudem mit Stephen Keough einen der Topscorer der NLL einsetzte, hatte lange Zeit Probleme, richtig ins Spiel zu finden. Eine gute deutsche Defensive hatte lediglich in der Transition Probleme und in der Offensive hielt uns neben der kompakten Def. nur der Schiedsrichter mit insgesamt 4 zweifelhaften Crease calls (3 allein gegen Wolfgang „creasel“) und konnte am Ende einen glückliche Sieg einfahren. Für große Betroffenheit war jedoch keine Zeit. Nach dem Auslaufen und Dehnen ging es ab zurück ins Hotel, um sich für die Eröffnungsfeier hübsch zu machen. In Lederhosen und Dirndl hatte das deutsche Team einen super Abend mit einer überragenden Show über den Ursprung des modernen Lacrossesports. Vor den Augen von über 2000 Zuschauern eröffnete Ron Balls die 4. WILC gefolgt von einem weiteren Highlight, dem Spiel USA vs. Iroquois Nationals, das die Gastgeber eindrucksvoll gewannen.

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Starker Einsatz – Deutschland gegen die Schweiz  16:8 (7:1, 3:5, 2:1, 4:1)

Samstag 19.Sep. Tag 6. Another team-run?? You bet! Erholt vom ersten Spiel ging es im zweiten Spiel am späten Abend gegen Israel, die ebenfalls zum ersten Mal an den WILC teilnahmen. Israel bestach im Spiel gegen Serbien vor allem durch Schüsse aus der Distanz und schnelles Umschalten in der Transition. Mit diesem Wissen hatte die deutsche Verteidigung eine Grundlage, auf der man, auch durch eine überragende Leistung von Torhüter Tyler Glebe, die Israelis weitgehend vom Scoreboard fernhalten konnte. Im Angriff lief es bei Deutschland zwar schleppend, aber eine starke Verbesserung trat gegen Ende des Spiels ein. Resultat: erster Sieg einer Deutschen Boxlacrosse Nationalmannschaft auf internationaler Ebene mit 10:9 gegen Israel.

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Sonntag 20.Sep. Tag 7. It counts. Im letzten Spiel der Gruppenphase bot uns Serbien, ebenfalls ein first timer bei den WILC, als Gegner die Stirn. Bei einem Sieg würden wir sicher mindestens Gruppenzweiter werden und bei einer Niederlage Gruppenletzter. Entsprechend angespannt war das Team vor dieser wichtigen Aufgabe. Serbien zeigte vor allem in der Offensive um die Profi NLL Brüder Gajic großes Potential, das es möglichst auszuschalten galt. Von Beginn an sahen die ca. 200 Zuschauer ein spannendes Kopf-an-Kopf Rennen, das leider am Ende mit 9:10 das bessere Ende für Serbien nahm. Obwohl die Enttäuschung der Spieler, vor allem nach der starken Leistung gegen Israel, groß war, galt der Fokus der nächsten Tage, das Potential der Mannschaft für die nächsten Spiele erneut zu mobilisieren. Der enge Turniermodus mit acht Spielen in neun Tagen ließ keine Pause zu.

To be continued….

DLaxV – Indoor