Das Ziel für die Playoffs ist für den HLC Rot-Weiß aus München auch dieses Jahr wieder klar: die letzte DM ohne Münchner Beteiligung war zwar ausgerechnet in München, aber auch schon 11 Jahre her. Der letzte Finalsieg  liegt allerdings jetzt auch schon drei Jahre zurück und insbesondere die Finalniederlage im vergangenen Jahr ist schwer ganz aus den Köpfen zu bekommen. Wie geht eine Münchner Mannschaft dieses Jahr mit diesem Druck um?

 

Auch dieses Jahr kann München wieder auf einen tiefen Kader setzen. Im Tor steht unverändert Harald „Harry“ Haberl und hofft auch in den Playoffs extrem starke Leistungen wie zum Beispiel im Ligaspiel gegen Stuttgart abliefern zu können. Als Alternativen können die beiden Goalie-Neulinge Julian Laux und Philipp Jaworski auch auf respektable Leistungen in Ligaspielen zurückschauen.

Vor dem Tor steht in guter München Tradition ein Defense Bollwerk – auch wenn die Ergebnisse der Ligaspiele eigentümlicher Weise relativ viele Gegentore aufweisen,  haben 100% der München Longsticks Nationalmannschafts-Erfahrung auf U19 und Herren-Ebene. Seniore Abgänge in der Verteidigung im letzten Jahr wurden hier schnell durch junge Spieler wie Vivo von Streit oder Conrad Besner aufgefüllt.

Im Mittelbau gibt es keine großen Veränderungen und um den Kapitän und Nationalmannschaftskapitän Wolfgang Grießl steht ein Mittelfeld im Alter zwischen 20 und Mitte 30 welches vor allem eine starke Defense-Orientierung mitbringt. Hier hängt es stark von der gegnerischen Verteidigung ab, ob Münchner Mittelfeldspieler eher Passgeber sind oder selber die Torschüsse suchen. Am Face-off muss sich neben dem routinierten Michi Wolter dieses Jahr Boris Seversky beweisen. Dieser wechselte erst im Frühjahr aus beruflichen Gründen nach München und es bleibt offen, wie er bei einem Turnier wie den Playoffs von seiner internationalen Erfahrung mit dem Slowakischen Nationalteam profitieren kann.

Im Angriff setzt München weiter auf das vom Boxlacrosse geprägte Zusammenspiel von Tim Wunderlich und Kieran Garland, die sich beide nicht scheuen von hinter dem Tor mit Körpereinsatz zu attackieren. Gepaart mit der Spielerfahrung eines Lorenz Lehmhaus entsteht eine Einheit im Angriff die die gegnerische Defense arbeiten lassen soll. Die Ergebnisse der Ligaspiele sind oft sehr eindeutig, aber auch hier gab es Situationen in denen gerne mehr Tore hätten fallen können und es bleibt offen wie kampferprobt ein Münchner Angriff tatsächlich ist wenn es drauf ankommt.

Das Team von Coach Loomis hat gemäß dem Sprichwort „aller guter Dinge sind drei“ definitiv ein klares Ziel vor Augen. Die große Herausforderung ist wie so oft mental. Es kommt vor allem drauf an sich flexibel auf Gegner einstellen zu können und eine gute Mischung aus Eis im Kopf und Feuer im Herzen zu finden.