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Dieser Artikel knüpft an den vorangegangenen Bericht zur ersten Woche des deutschen Herren-Indoor-Lacrosseteams in Syracuse an.

Montag 21. Sep Tag 8: Trotz der knappen Niederlage und des resultierenden letzten Platzes in der Vorgruppe konnte das deutsche Team immer noch den fünften Paltz erreichen. Im Spiel gegen den Drittplazierten aus der Gruppe Rot, die Turkei, war das deutsche Team wieder voll da. Doch wie in den Spielen zuvor hatten wir einen langsamen Start und konnte erst nach 35 Minuten die erste Führung im Spiel verbuchen. Eine weitere 5 Tore Stafette der Türken konnte das deutsche Team jedoch nicht mehr aufholen und so ging auch dieses Spiel, trotz starken Einsatzes am Ende verloren. Das Ergebnis von 21:16 spiegelt dabei jedoch nicht den eigentlichen Spielverlauf wieder.

Wolfgang Grießel #6 in der Offense gegen die Türkei

Dienstag 22 Sep. Tag 9: Im abschließenden Spiel der Play in Runde ging es nun gegen den Verlierer der roten Gruppe, die Schweiz, alles auf dem Platz zu lassen. Der Verlierer dieses Spiels würde in das unterste Bracket zurückfallen und am Donnerstag bereits aus dem Turnier ausscheiden. Und damit schien endlich auch der Knoten geplatz zu sein. Das deutsche Team geht mit einer dominanten 7:1 Führung in die Quater-Pause und zeigte das wahrscheinlich beste Viertel der bisherigen WILC. Obwohl die Schweizer in einem starken zweiten Viertel zwar nochmal auf zwei Tore heran kamen, ließen wir uns den zweiten Sieg bei den WILC nicht nehmen und beendete das Spiel mit einem starken 16:8 Sieg über den Nachbarn (sowohl im Hotel als auch auf der Landkarte). Als nächstes wartete Finnland im Spiel um Platz 9.

Mittwoch 23 Sep Tag 10: Heute waren nur Blue Division Teams gefragt und daher entschieden wir uns einen Gruppenausflug zu den Niagarafällen zu wagen. In drei Mietwagen ging es auf in Richtung Canada bei Sonnenschein und 24 °C. Sowohl das schweizer als auch das serbische Team hatte wohl die gleiche Idee und man traf sich zufällig am großen Wasserfall. Die Welt ist eben ein Dorf. Bestens organisiert von unserem Stab und besonders Barbara Zeleney ging es auf Bootstour direkt unter die Great Falls. Da die meisten Spieler die Anwendung des Poncho verstanden haben ging es trockenen Fußes weiter zum Team Lunch ins Duff’s zu den beworbenen wahrscheinlich besten Chicken Wings der Welt (eigene Erfahrung: nicht…). Am Nachmittag ging es zurück zu den Falls zu einer Besichtigungsplattform direkt unter dem Wasserfall und dieses Mal bereitete die Anwendung des Ponchos einigen Spielern Kopfzerbrechen. Der Trip war dennoch ein voller Erfolg und großartige Abwechslung zum Turnieralltag.

Die Niagara Fälle aus nächster Nähe

Donnerstag 24 Sep. Tag 11: Obwohl auch am Donnerstag spielfrei war, galt es, den Fokus wieder auf die anstehenden Aufgabe gegen Finnland zu richten. Nach dem morgentlichen Dehnen ging es zur Arena um einige der hochklassigen Spiele der anderen Teams zu verfolgen. Am Nachmittag wurde in einer intensiven Trainingseinheit an den Fehlern der vergangenen Tage gearbeitet. Nach dem abendlichen Teammeeting und einer letzen Runde Werwolf ging es früh ins Bett, um fit für den nächsten Tag zu sein.

Freitag 25 Sep. Tag 12: Um 11:30 Ortszeit ging es nun um die Top-Ten-Plazierung gegen Finnland. Beide Teams schienen langsam ins Spiel zu kommen und die Finnen konnten eine knappe 2:1 Führung im ersten Viertel erarbeiten. Im folgeden Spielverlauf konnten beide Teams jeweils auf bis zu drei Tore davon ziehen und zehn Minuten vor Ende stand es 8:8. Am Ende behielten die Finnen die Nerven und das deutsche Team konnte auch auf Grund einer zweifelhaften Fünf-Minuten-Zeitstrafe nicht mehr herrankommen. Das Spiel ging daher am Ende knapp mit 11:9 verloren und im letzten Spiel des Turniers ging es am Folgetag erneut gegen Serbien um den 11. Platz. Obwohl die Spieler sichtlich von einer erneuten knappen Niederlage geknickt waren, fand unser Kapitän Wolgang Grißel wie so oft die passenden Worte, die wir hier gerne teilen möchten:

Es ist hart, wenn man Spiele verliert, die man 55 Minuten lang dominiert. Das Endergebnis trügt, denn Deutschland gehört definitiv zu den größten Überraschungen der WILC2015. Bei der ersten Teilnahme Deutschlands überhaupt haben wir gezeigt, dass man keine NLL Profis braucht, um gutes Boxlaxrosse zu spielen… Egal gegen wen wir gespielt haben, wir haben mehr als nur mitgespielt. Aber am Ende entscheidet dann aber leider doch wer ein Tor mehr schießt … Das ist das Lehrgeld, das wir zahlen. 

Aber all die positiven Nachrichten und euer Daumendrücken in der Heimat lassen uns weiter Gas geben! Am nächsten Tag hatten wir unser letztes Spiel gegen Serbien und wollten für euch zu Hause nochmal alles in den Ring werfen! 

Headcoach Jesse Cracknell mit Brian Tyacke (vordergrund) bei den letzten taktischen Anweisungen in der Halbzeitpause

Samstag 26 Sep. Tag 13: Im letzten Spiel der WILC ging es für das deutsche Team erneut gegen Serbien. Nach dem Spiel in der Gruppenphase galt es, die knappe Neiderlage wett zu machen und mit einem positiven Resultat zurück nach Deutschland zu reisen. Nach einem starken Start ins Spiel mit einer 4:0 Führung konnten wir eine 3-Toreführung mit in die Halbzeitpause nehmen. In Halbzeit zwei kämpften sich die Serben jedoch zurück und so stand es fünf Minuten vor Ende 11:11. Mit drei Minuten im Spiel erzielte Assistant Captain Philipp Broz das letze Tor im Turnier für die deutsche Mannschaft und sicherte so den knappen aber hoch verdienten 12:13 Sieg. Mit einem guten abschliesenden Resultat fuhr das Team zurück ins Hotel um diese tollen ersten WILC für Deutschland gebührend zu feiern.

Sonntag 27 Sep. Tag 14: Finale – leider ohne Deutsche beteiligung allerdings mit dem Klassiker Canada gegen die Gastgeber Iroquois. Dieses und das Spiel um Platz drei fand im Carrier Dome, der bekannten Arena der Syracuse University statt. Vor 12.000 Zuschauern! Israel musste sich einer starken USA geschlagen geben und beendete als bestes Team der European Lacrose Federation auf Platz 4 (Deutschland schlug Israel in der Gruppenphase 9:10). Vor heimischem Publikum traten die Iroquois Nationals die Mission Gold gegen ein dominantes Canadisches Team an. In erster Reihe konnten wir ein Spiel auf höchstem Level beobachten und mit dem Gastgeber mitfiebern. Zum Schluss hatte Canada das bessere Ende und gewann das vierte mal Gold in Folge mit in einem engen aber ungefährdeten 12:8 Sieg. Mit Larry und Frank (Teamarzt von Deutschland und Canada) hatten auch wir einen Finger am Pokal. Bei Steaks und Rippchen klang der letzte Abend in Syracuse im Dinosaur BBQ aus.

Montag 28 Sep. Tag 15: Sichtlich erschöpft aber froh und voller toller Eindrücke traten die Spieler die Heimreise oder Weiterreise in den USA an. Getragen von der Unterstützung der zahlreichen Fans vor dem ruckelnden Live-Stream (Vielen Dank !!!) war es ein Start für das Programm der Deutschen Indoor Lacrosse Nationalmannschaft der besser nicht hätte sein können (außer vielleicht bei der Platzierung).

Mannschaftsfoto des gesamten Teams und Staff nach dem letzten Spiel und Sieg gegen Serbien

Wir möchten uns an dieser Stelle beim gesamten Team aber vor allem dem Stab bedanken. Ohne euch wäre das tolle Turnier nicht möglich gewesen: Julia Gaspar, Juliane Feiks, Barbara Zelenay, Saskia Silber, Larry Komer, Frank Stechey, Sarah Andreas, Mirjam Rockrohr, Erika Trujillo, Jesse Cracknell, Scott Stapleford, Adam Marshall, Simon Krause.

Wir hoffen, ihr seid trotz der Platzierung stolz auf uns, wie wir unser Land repräsentiert haben!

Vielen Dank an alle, die uns unterstützt und zugeschaut haben!

DLaxV – Indoor