Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft wird Shelby Davis neuer Head Coach der Damen Nationalmannschaft. In Budapest bei einem Freundschaftsturnier mit einigen internationalen Gegnern hatte sie ihren Auftakt, in Stuttgart wird sie das erste Camp geben. Die gebürtige Amerikanerin spielt seit 13 Jahren Lacrosse und bringt einige Coachingerfahrungen mit. Zuletzt gewann sie als Playercoach mit dem Team der Durham University die Goldmedaille bei der BUCS-Meisterschaft. Wie sie zu uns kam und warum Sie gerade jetzt Potential für eine neue Ära im deutschen Lacrosse sieht, erzählte Sie in einem Begrüßungsinterview.

 

 

DLaxV: Shelby, Gratulation zur Stelle des Head Coach! Um ganz vorne anzufangen, wie hat Lacrosse in deinem Leben begonnen und wie bist du nach Deutschland gekommen?

 

 

Shelby: Ursprünglich komme ich aus Horseheads in New York. Dort bin ich in der Mittelstufe durch meine Sportlehrerin mit 12 Jahren auf den Sport aufmerksam geworden. Da die meisten schon ein paar Jahre spielten, hatte ich einiges aufzuholen. Eine Woche vor den Try-Outs hatte ich das erste Mal einen Lacrossestick in der Hand, übte jeden Tag und mit Erfolg bei den Try-Outs war Lacrosse fortan ein Teil meines Lebens. Während der Highschool spielte ich für verschiedene Teams. Danach schaffte ich es für vier Jahre an der Old Dominion University zu spielen. Nach meinem Abschluss bin ich nach England, um als Coach anzufangen. Dort hatte ich das große Vergnügen ein Teil der Women’s Lacrosse Super League zu sein. Vom Herbst 2015 bis zuletzt war ich in Durham, England und spielte im Damenteam als Playercoach zusammen mit dem Natio-Captain Tessa Helf. Mit ihr kam ich nach Deutschland, wo ich auch Lisa Schulte, Assistant Coach des Natio Kaders, kennenlernte. Kurz darauf wurde ich eingeladen die Coaches beim offenen Natio-Camp in Hannover im Februar zu unterstützen. Ich war begeistert davon internationale Coachingerfahrungen mit deutschen Spielerinnen zu erhalten wie auch vom gesamten Programm. Nach dem Hannover-Camp wurde ich offizieller Defense Coach währenddessen ich in die Rolle des Head Coach eingearbeitet wurde.

 

 

DLaxV: Was erwartest du dir als Head Coach des Nationalteams und welche Pläne hast du bereits auch im Blick auf die Weltmeisterschaft nächstes Jahr?

 

 

Shelby: Ich denke, dass mir diese Rolle nicht nur die größten Herausforderungen, sondern auch die größten Bereicherungen bescheren wird. Mit dem fantastischen Stab von Coaches und überragenden Spielerinnen um mich herum wird es ganz sicher eine großartige Erfahrung.

Das deutsche Natio-Programm hat seit der letzten Weltmeisterschaft großartige Fortschritte gemacht. Es ist beeindruckend zu sehen, an welchem Punkt wir grade stehen. Genau diese Entwicklung möchte ich weiterführen und weiter ausbauen. Im Blick auf die WM werde ich den Fokus darauf setzen die theoretischen Lacrosse-Kenntnisse zu erweitern und ein Team aufzubauen, das jeder Spielsituation gewachsen ist. Ebenso ist es wichtig individuelle Fähigkeiten und Fitness weiter zu steigern, um mit möglichst dynamischen Spielerinnen aufgestellt zu sein.

Neben dem Elite-Team soll das das Natio-Programm insgesamt weiter wachsen. Deutschland hat sehr großes Potenzial an talentierten Lacrosserinnen, die lange noch nicht alle in den Genuss des Nationalteams gekommen sind. Mit dem kürzlich begonnenen Development-Team gibt es die viel größere Möglichkeit Spielerfahrung auf Natio-Niveau zu sammeln und das Elite-Team hat mehr Nachwuchsspielerinnen. Im kommenden Jahr wird es noch ein paar mehr Änderungen in der Programmstruktur geben, um die Exposition an Spielerinnen weiter auszubauen. Rundum wird sich weiter einiges ändern im deutschen Lacrosse und ich bin sehr erfreut nun dabei zu sein!

 

 

 

 

 

 

 

DLaxV Damen Natio – Cynthia Wolter