Der erste Spieltag der EM ist nun auch vorbei und er war um einiges länger als gedacht.

Eigentlich stand auf dem Plan das erste Spiel gegen England um 10.30 Uhr in der früh zu bestreiten. Nach einem morgentlichen Stretch ging es auch bereits fokussiert zum Frühstück und anschließend zurück zum Umziehen. Nachdem Coach Bagley seine Pre-game Rede begonnen hatte und auch Coach Behles eine Motivationsrede zum Besten gab, fing der Schrecken an. Ein großer Gewittersturm flog über Gödöllo mitsamt Donner und Blitzen. Die Mannschaft war gezwungen in ihrem Quartier zu bleiben während sich die FaceOffzeit immer weiter nach hinten verschob.

 

Irgendwann hieß es, dass vor 14 Uhr sicher nichts passieren würde und Coach Bagley schickte das Team zu Mittagessen, verlangte jedoch, dass die Spieler sich nur eine Kleinigkeit holen, um bereit für einen schnellen Anpfiff zu sein.

Kurz nach dem Mittagessen bekamen wir die Nachricht, dass das Feld heute nicht mehr bespielbar ist und das Spiel gegen England um 19.30 Uhr außerhalb vom Campus stattfinden soll. Coach Bagley gab den Spielern daraufhin frei und riet jedem unsere Unterkunft zu verlassen und sich beispielsweise andere Spiele anzusehen um den Kopf ein wenig frei zu kriegen.

Um 17.30 Uhr versammelten sich die Spieler und es wurde sich wieder auf den Gegner England konzentriert. Der Scoutingreport wurde nocheinmal durchgegangen und Coach Behles befeuerte noch einmal die Motivation der Spieler mit einer flammenden Rede.

Anschließend ging es zum Platz und das Spiel gegen England begann.

Den deutschen Spielern war zu Beginn die Nervosität anzusehen und England nutze dies zu 2 Toren zu Beginn des ersten Quarters. Nach ein wenig Spielzeit verbesserte sich dies jedoch und die Deutschen konnten ihre Plays wie geplant aufziehen. Dies wurde mit einem Tor von Philip Broz belohnt. Die Engländer ließen sich jedoch nicht beeindrucken und antworteten prompt mit einem eigenen Tor. Deutschland gab allerdings nicht auf, vor allem nicht Marc Brandenburger: mit einem vorbildhaften Bulldog und vollen Körpereinsatz setze er sich durch und erzielte das 3:2. Die Stimmung kochte, die deutsche Bank war außer sich. Die Spieler motivierten sich, die Coaches feuerten an. Man konnte die Motivation der Spieler förmlich in der Luft schmecken. Durch einen unglücklichen Turnover erzielten die Engländer mit dem Schlusspfiff des ersten Quarters dann das 4:2. In der Pause erinnerten die Coaches die Spieler bei ihren ganzen Plays nicht die Basics zu vergessen, da es zuviele kleine individuelle Fehler gab, die zu Gegentoren führten. Es war vor allem Goalie Darin Eakins zu verdanken, der mit herausragenden Saves einen höheren Rückstand verhinderte.

 

Das zweite Quarter begann und die Spieler waren hochmotiviert dieses bislang sehr intensive Spiel noch zu drehen. Im zweiten Quarter zeigte sich jedoch die Klasse der Engländer: jeder kleinste Fehler wurde ausgenutzt und gnadenlos bestraft. Sie kamen in einen Lauf und die deutsche Abwehr war für kurze Zeit komplett überfordert, so dass es mit einem 11 – 2 für England in die Pause ging.

Eine der besten Eigenschaften unserer deutschen Mannschaft ist allerdings, dass sie niemals aufgibt. Das Ergebnis wurde zweitrangig, es ging darum das Level abzurufen, dass wir spielen können. Die letzten beiden Quarter waren dann wieder ausgeglichener. Die deutschen offensive und defensive Sets und Plays liefen besser und unsere LSM’s konnten einige Ballverluste der Engländer provozieren. Auch Philip Maas, der die zweite Halbzeit im Tor stand, konnte sich mit einigen sehr guten Paraden auszeichnen. Letztendlich ging das Spiel mit 16 – 6 für England zu Ende, wobei die letzten beiden Tore des Spiels durch Deutschland erzielt wurden. In die Torschützenliste trug sich noch Moritz Spiegel ein. Marc Brandenburger traf zwei mal und Philip Broz drei mal.

Nach dem Spiel ging es schnell zurück auf den Campus, um noch etwas essen zu können und um Mitternacht schickte Coach Bagley die Spieler nach einer letzten Ansprache und einem sehr langen Tag ins Bett.

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DLaxV Herren Natio – Hannes Weisbecker