Seit dem 12. September ist die deutsche Herren Indoor Nationalmannschaft in Kanada mit dem Ziel Indoor Lacrosse Weltmeisterschaft unterwegs. Zwar dezimiert durch zahlreiche Verletzungen in den letzten vier Wochen vor den WILC aber dennoch hoch motiviert trat die Mannschaft die Lange Reise an mit dem ausgemachten Ziel die Endrunde zu erreichen an.  Nach einer erfolgreichen Vorbereitung in Toronto, in der die Spieler in den Trainingshallen der Toronto Rock trainierten und gegen eine Auswahl an kanadischen Spielern, inklusive des ehemaligen Team Canada Kapitäns Dan Dawson, ein Vorbereitungsspiel bestritten ging es am 17.09. dann quer durch Kanada in Richtung Langley nahe Vancouver.

Angekommen in Langley blieb der Mannschaft dank einer Flugverspätung nur wenig Zeit sich auf ein zweites Trainingsspiel gegen England vorzubereiten. Das Spiel bot einige gute Aktionen der deutschen Offensive und eine solide Leistung der Defensive. Trotz einer Niederlage konnte weiter an der Teamtaktik und den Feinheiten im deutschen Spiel gearbeitet werden und beide Teams, England in der blue und Deutschland in der green Devision, gingen mit einem guten Gefühl in die ersten Turniertage.

Am Mittwoch den 18.09. startete das deutsche Team mit einer einstündigen Trainingseinheit in den Tag, um sich dannach auf die Eröffnungszeremonie im Langley Event Center, in dem die Weltmeisterschaften ausgetragen werden, vorzubereiten. Mit den anderen 19 Nationen konnten die Spieler ein Eröffnungsprogramm des lokalen Organisationskommitee sowie des Weltverbandes erleben, welches auch durch die Beteiligung lokaler Stammesvertreter, den Begründern des Lacrossesports, geprägt war.

Die meisten Mannschaften kehrten am Abdend ins Hotel zurück um am Folgetag Ihr erstes Spiel zu bestreiten. Nicht so das deutsche Team, welches den spielfreien Tag der Vorrunde durch Auslosung leider am ersten Turniertag hatte. Um die Spieler bestens auf das erste Spiel am 20.09 gegen Mexico vorzubereiten stand also wieder eine Trainingseiheit auf dem Plan. Die Nervösität aber auch Vorfreude konnte man der gut gelaunten Truppe im Training ansehen und so ging es mit einem guten Gefühl ins Bett. Als letzte Mannschaft startete das deutsche Team am Abend des 20.09. endlich ins Turnier. Erster Gegner in der Gruppenphase war Indoor Lacrosse Neuling Mexico.

Engegen der vorherigen Schwäche des deutschen Teams in den Anfangsminuten der Vorbereitungsspiele konnte man in den ersten 5 Minuten mit 4:0 in Führung gehen. Den Vorsprung konnten man zur Halbzeit auf 13:4 ausbauen und konnte das Spiel am Ende mit 25:6 gewinnen. Obwohl die mexikanische Mannschaft einen eher schwächeren Gegner darstellen sollte war für all klar,  dass mit dem deutschen Team zu rechnen ist.

Mit Schottland sollte am späten Nachmittag des 21.09 der nächste Gegner warten. Obwohl die Schotten im ersten Spiel der Slovakei mit 14:24 unterlagen war das deutsche Team gewarnt, denn das Schottische Team hatte am Vortag spielfrei und waren somit ausgeruht und bestens vorbereitet auf die detusche Mannschaft. Erwartungsgemäß hatte das deutsche Team in der Anfangsphase Probleme, konnte den zwischenzeitlichen 0:2 Rückstand zu einer 6:2 Führung zum Ende des ersten Viertels umkehren.

Die 12:4 Führung zur Halbzeit konnte die Mannschaft erfolgreich verteidigen und konnte das Spiel am Ende mit 18:6 gewinnen. Die Freude über den erfolgreichen Start ins Turnier im Team war groß, hielt jedoch nur kurz an, denn der Fokus wurde sofort auf das kommende Spiel gegen den Gruppenprimus und langzeitigen Rivalen Tschechien gerichtet. In denkbar ungünstiger Konstellation traf das deutsche Team nach nur 14 h Ruhepasue auf ein Tschechisches Team welches, wie bereits Schottland zuvor am Vortag einen Ruhetag hatte. Das Team war dennoch bereit mit einem Sieg den Einzug in die Hauptrunde und damit Mindestplazierung 8 zu sichern. Seit Bekanntgabe der Gruppenauslosung trainierte das detusche Team auf diese Begegnung. Headcoach Jesse Cracknell gab vor dem Spiel eine im letzten Jahr eintrainierte defensive Taktik vor, welche das gefürchtete offensive Spiel der tschechischen Mannschaft unterbinden sollte. Die Spieler setzten diese in packenden drei Quatern gut um und so konnte das Tschechische Team nur 4 Tore erzielen. Doch auch das tschechische Team konnte das deutsche Offensivspiel unter Kontrolle halten und so ging es mit einem denkbar knappen 6:4 Vorsprung in das finale Quater.

Leider konnte das deutsche Team im finalen Quater die gute defensive Leistung nicht aufrecht halten und der deutschen Offensive gelang es nicht an vorgegangene Erfolge anzuknüpfen. Durch sieben Tore in Folge ging ein packendes Spiel somit mit einer 6:11 Niederlage verloren. Die Enttäuschung stand den Spielern sichtlich ins Gesicht geschrieben, hatte man sich doch das letzte Jahr intensiv auf dieses Spiel vorbereitet und war kurz vor dem Erfolg gescheitert. Auf der positiven Seite konnten zahlreiche Fans in der Arena und über den Stream die Qualität des jungen deutschen Teams in drei packenden Quatern sehen und die Qualität europäischer Lacrossemannschaften in der von Nordamerikanern dominierten Lacrossewelt.

Viel Zeit zur physischen und psychischen Regeneration blieb dem deutschen Team jedoch nicht, sollte es am Folgetag doch im letzten Gruppenspiel gegen die Slovakei doch um die Zweitplazierung in der Gruppe und somit das Recht auf einen dringend benötigten spielfreien Tag gehen. Der umstrittene Turniermodus lies nach der Niederlage gegen das tschechische Team zwar noch maximal die 9. Platzierung zu, diese sollte nun aber mit allen Kräften erreicht werden. Auch diesmal traf die deutsche Mannschaft auf einen Gegner der am Vortag spielfrei und daher gut erholt war.

Doch die deutsche Mannschaft bewies mentale und physische Stärke und schaffte es sich nach dem enttäuschenden Vortag auf die anstehende Begegnung einzustellen. Die deutsche Offensive und transition fand schnell zu ihrem Spiel und konnte zu Halbzeit eine deutliche 12:3 Führung herrausspielen. Zwar gab man in der zweiten Halbzeit durch einige Unterzahlsituationen einige Tore ab, konnte die Führung jedoch am Ende auf 18:6 ausbauen.

Die Vorrunde beendet das detusche Team damit auf dem 2. Platz mit einem 3-1 Record, 67 Tore und 27 Gegentore und damit nahe an dem Gruppenersten Tschechien. Die Mannschaft nutzt den freien Tag nun um sich zu regenerieren und in den komenden Tagen das Ziel 9. Platz zu verwirklichen. Die Begegnungen der nächsten Tage werden am Ende des Tages durch Play in Spiele bestimmt.

Wir danken den zahlreichen Unterstützern in der Arena und daheim und freuen uns den detuschen Lacrossesport mit tollen Spielen und guter Leistung in den Platzierungsspielen zu repräsentieren.

Wir danken weiterhin unseren Sponsoren OchaOcha und Prolaxshop für die Unterstützung.